Wie Sie Pokerprofi werden! Was ein Pokerprofi wissen muss!

Viele Menschen beneiden die Pokerprofis um ihren Lebensstil. Wer möchte nicht gerne seine Arbeitzeiten selbst bestimmen oder sein Hobby zum Beruf machen? Wer möchte nicht gerne in der ganzen Welt von Turnier zu Turnier unterwegs sein und dabei noch einen Haufen Geld verdienen? Ja, Pokerprofi ist schon ein Traumjob! Nur, wie wird man Pokerprofi?

Pokerprofi wird man nicht nach dem Besuch einer "Poker-Universität" und es gibt auch keine Lehrstellen für diesen Beruf. Zum Pokerprofi ernennt man sich ganz einfach selbst. Es gibt schließlich Leute, die beim Poker regelmäßig Geld verlieren und sich dennoch als "Pokerprofis" bezeichnen. Meist sind es in der Tat zwei Gründe, warum man sich entschließt Pokerprofi zu werden:

Entweder ist der Neuprofi überzeugt davon, beim professionellen Pokern mehr zu verdienen, als im derzeitig ausgeübten Job. Meist haben diese Kandidaten mehr als 500 Stunden Poker gespielt und sich danach ausgerechnet, dass ihr Stundenlohn dabei einfach deutlich höher war, als wenn sie stattdessen in ihrem normalen Beruf gewerkelt hätten.

Oder: Der Lebensstil eines Pokerprofis ist für manche Neuprofis so attraktiv, dass sie ein höheres Einkommen für die Freiheiten eines Pokerprofis eintauschen. Dabei ist auch die erwartete Dauer einer Profikarriere unterschiedlich. Die meisten Pokerprofis sehen ihren Job nur als "Zeitarbeit", also vorübergehend, etwa wenn sie zwischen zwei Jobs oder Ausbildungen sind. Nur wenige echte Pokerprofis sehen diesen Weg als lebenslangen Beruf an.

Grundsätzlich ist ein solider Pokerprofi ein Geschäftsmann. Er spielt stets genau so, dass sein Einkommen die mögliche Maximalsumme erreicht. Die Pokerprofis verdienen natürlich sehr unterschiedlich viel oder wenig und das hängt ab vom Können, von den Geldmitteln, vom Mut und vom Glück. Auch die Zahl der Stunden am Pokertisch ist sehr unterschiedlich. Die einzige Gemeinsamkeit alle Pokerprofis liegt darin, dass sie mit den Karten ihre Haupteinahmen zum Lebensunterhalt erzielen. Dabei macht das reine Pokerkönnen beim Profi nur einen kleinen Teil dessen aus, was zum Erfolg nötig ist.

Der seriöse Profi muss nämlich genau wissen, bei welchem Spiel in welcher Runde er pro Stunde den höchsten Gewinn erzielen kann. Generell bestimmen hauptsächlich diese Gründe die Chancen gute Verdienste zu erspielen:

  • Das eigene Pokerkönnen im Vergleich zu den Mitspielern;
  • Die Zahl der gespielten Runden pro Stunde;
  • Die Spielgebühr (rake) oder die Zeitgebühr;
  • Die Varianz (variance) des jeweiligen Tisches


Unterm Strich gesehen kann ein schwächerer Spieler, der die oben genannten vier Punkte stets berücksichtigt, mehr Geld verdienen, als der überlegene Spieler, der sich um diese Grundvoraussetzungen nicht recht kümmert! Hart ausgedrückt: Der Pokerprofi ist natürlich daran interessiert möglichst viel Geld zu verdienen, er braucht dazu aber Mitspieler, die bereit und in der Lage sind auch relativ viel Geld zu verlieren. Und da der Profi seine spielerische überlegenheit auch in Gewinn umsetzen will, ist er besonders daran interessiert, dass relativ zügig gespielt wird, also möglichst viele "hands" pro Stunde über den Tisch gehen.

Hier ein einfaches Beispiel:
Spielt der Profi bevorzugt Limit Hold em, dann ist für ihn besonders interessant wo und wie er spielt. So kann er im Internet gleichzeitig an drei Tischen spielen und so fünf Mal so viele hands spielen, als wenn er in einem normalen Pokerzimmer in einer gemütlichen Runde spielt. Im Vergleich dieser beiden Fälle, also Internet-Spieler und Kasinospieler, kann der Internet-Spezialist rund fünf Mal so hohe Gewinne einfahren, wie sein "Kollege" mit der langen Anfahrt zum Kasino. Dabei kann sich letzterer natürlich besser auf sein eines Spiel konzentrieren, dafür hat der Internet-Spieler die geringeren Gebühren und die Möglichkeit mehrere Hände gleichzeitig zu spielen. Und die Zahl der Hände ist weit wichtiger für den Limit-Spieler, als den Gegner gründlich zu "lesen".

Spielen Sie allerdings No-Limit, dann sollten Sie schon ganz genau Ihre Mitspieler beobachten und studieren, auch wenn Sie so nicht an zwei oder drei Tischen gleichzeitig agieren können. Sie sehen, es spielt schon eine große Rolle in welchem "Medium" (On-Line oder Kasino zum Beispiel) Sie spielen, wenn Sie darauf angewiesen sind, möglichst viel zu gewinnen.

Eine andere Gattung der Pokerprofis sind die Turnierspieler. Allerdings sind diese Spieler weit seltener, als der Cash-Profi. Der Grund dafür ist einfach: Der Leistungsdruck bei mehreren Profis in einem Turnier ist so groß, dass die finanziellen Ergebnisse sehr schwer vorhersehbar sind. Und obwohl es eine Reihe berühmter und reicher Turnierspieler gibt, die meisten Pokerspieler, die sich im Turniergeschäft versucht haben, sind gescheitert! Das Spielen bei Turnieren setzt eine große Geldreserve voraus, der Bedarf an Vorfinanzierung mit ungewissem Ausgang ist groß.

Gegen den "Beruf" eines professionellen Pokerspielers sprechen vor allem diese drei Punkte:

Erstens: Der Pokerspieler hat meist wenig Kontakt zu anderen Menschen. Der Internet-Profi spielt meist zuhause, ohne die Möglichkeit, sich mit Kollegen zu unterhalten oder auszutauschen. Zweitens wird das Pokern als Lebensunterhalt ziemlich bald sehr langweilig. Natürlich kann der Profi verschiedene Spiele abwechselnd spielen. Er wird im Sinne der Gewinnmaximierung allerdings meist "sein" Spiel suchen, dasjenige mit den für ihn besten Erfolgen nämlich. Schließlich und am wichtigsten ist Punkt Drei: Der Pokerprofi hat ein stark schwankendes Einkommen. Der erfahrene Profi rechnet mit Schwankungen im Gewinn pro Stunde mit einem Faktor Sechs. Das heißt: Bei einem Durchschnittsgewinn von 100,00 Euro pro Tag im ganzen Monat gesehen, schwankt der tägliche Gewinn zwischen -500 Euro und + 700 Euro. Diese Situation kostet natürlich Nerven, bedeutet erheblichen Stress! Deshalb sind Spieler mit einem ordentlich Kapital in der "Hinterhand" natürlich stark im Vorteil, sie fühlen sich eben sicherer bei solchen Einkommens-Schwankungen.

Der wahre Pokerprofi sorgt sich nicht um die Qualität seiner Karten, für ihn ist der "Pokermarkt" wichtig. Der Profi muss zum Geld verdienen gegen schwächere Gegner antreten, denn er verdient meist nur deshalb, weil er im Vergleich besser spielt als die anderen am Tisch. Spielt er gegen andere Profis, so wird sein Verdienst ziemlich gering sein, wenn überhaupt ein Gewinn übrig bleibt! Das bedeutet für den Profi, dass sein eigenes Können nicht so wichtig ist, wie das fehlende Können der Gegner, da er ohne ein Minimum an Poker-Know-How wohl sowieso kaum auf die Idee käme Profi zu werden. Kämen nicht ständig neue, unerfahrene Spieler auf den "Markt", der Pokerprofi müsste sich wohl bald einen anderen Job suchen. Klingt hart, ist aber Tatsache.

Diese Gründe führen bei den meisten soliden bis guten Pokerspielern dazu, nicht Profi zu werden. Oft können sie in ihrem Beruf genauso viel oder mehr verdienen oder der Beruf macht ihnen mehr Spaß. Viel vernünftiger ist es deshalb das Pokern als Nebenberuf zu betrachten, als Zusatzeinkommen. Man freut sich dabei über einen netten Nebenerwerb, das Spiel bleibt Hobby und macht so noch mehr Spaß als der Druck des Vollprofis.

Bitte bedenken Sie: Die drei letzten Poker-Weltmeister gewannen ihre Titel zu einem Zeitpunkt, als sie noch keine Profis waren. Sie sehen also, dass auch der "Amateur" eine runde Summe nach Hause bringen kann!
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